2. Juli 2010 (rg) [Allgemein]
Umweltschutzverbände übergeben dem Umweltminister 14.000 Unterschriften
Keine neuen Kampfdörfer in der Senne
Umweltschutzverbände übergeben Bundesumweltminister Röttgen 14.000 Unterschriften gegen Ausbaupläne der Briten auf dem Truppenübungsplatz Senne
Eine kleine Delegation von Bürgern und Vertretern nordrhein-westfälischer Naturschutzverbände übergab am Freitagmittag der Staatssekretärin Heinen-Esser in Vertretung des Bundesumweltministers Röttgen im Umweltministerium in Berlin 14.000 Unterschriften gegen den weiteren militärischen Ausbau des Truppenübungsplatzes Senne in Ostwestfalen.
In einem Offenen Brief (offener-brief-bmu-02072010.pdf) an den Minister präzisierten Aktionsbündnis und Verbände ihre Forderungen und baten um Weiterleitung des Briefes an den Finanz- und auch an den Verteidigungsminister.
Bei der Übergabe der Unterschriftenlisten wies Dr. Ute Röder vom Landesvorstand des NABU NRW darauf hin, dass der Truppenübungsplatz Senne (12.300 ha) mit seinen über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, davon jede 5. auf der roten Liste, aus naturschutzfachlicher Sicht eines der wertvollsten Gebiete in NRW ist und europaweite Bedeutung besitzt. Als Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge forderte sie den Minister auf: „Setzen Sie sich dafür ein, dass die Senne mit in die Nationalparkkulisse „Senne-Teutoburger Wald“ einbezogen wird!“
Karsten Otte ergänzte als Sprecher der Naturschutzverbände: “Herr Minister, helfen Sie mit, dass der einstimmige Beschluss des Landtages NRW aus dem Jahr 1992 endlich umgesetzt wird: Die Senne muss Nationalpark werden! Es ist für uns unerträglich, dass nach der jüngsten Vereinbarung zwischen Bund und Land aus dem vergangenen Herbst der Naturschutz der militärischen Nutzung untergeordnet wird.“
Als Sprecher des Aktionsbündnisses ‚Keine neuen Kampfdörfer in der Senne’ sprach Marcus Foerster für die Bürgerinnen und Bürger der Anrainerkommunen und erklärte:
Für uns Bürger am Sennerand ist eine Intensivierung der Nutzung des Truppenübungsplatzes
durch die Briten mit noch mehr Panzer- und Gefechtslärm einfach nicht länger
hinnehmbar. Genug ist genug!
Wilfried Sticht vom Naturwissenschaftlichem Verein Paderborn stellte an den Minister eine von den Menschen der Region immer häufiger gestellte Frage: „Ist es wirklich vertretbar, dass die britische Rheinarmee für weitere Generationen dieses wertvolle Gebiet im Zentrum Deutschlands 65 Jahre nach Kriegsende für weitere Generationen als Übungsplatz für ihre Auslandseinsätze nutzt?“
Und Fritz Buhr als Sprecher der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände forderte: „Wir müssen anfangen uns Gedanken darüber zu machen, wie wir den Einstieg in den Ausstieg der militärischen Nutzung der Senne gestalten können. Dabei wäre die von Bund und Land bisher ausgeschlossene Möglichkeit einer so genannten Doppelnutzung (Nationalpark schon während der Zeit der militärischen Nutzung) auch wirtschaftlich ein gangbarer Weg. In England gibt es dafür bereits gute Beispiele. “